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Offener Brief des Bündnis gegen Rechts

Jetzt hier mitunterzeichnen:
https://weact.campact.de/petitions/bielefelder-innen-fur-ein-solidarisches-miteinander-in-der-pandemie-1

Die Organisator*innen der Corona-Proteste nutzen die Pandemie und die damit verbundene Verunsicherung und Frustration, um Unruhe zu stiften, ihre demokratiegefährdenden Ansichten zu verbreiten und die Gesellschaft zu spalten. Impfgegnerinnen und Corona-Leugnerinnen befinden sich hier offen im Schulterschluss mit der rechtsextremen Szene. Wer mit Reichsbürgerinnen, rechten Esoterikerinnen und Anhängerinnen von Verschwörungserzählungen auf die Straße geht, muss sich fragen lassen, aus welchem Grund ersie sich mit diesen gemein macht.

Seit fast zwei Jahren befinden wir uns in einer Pandemie und zurzeit spitzt sich die Situation erneut zu. Die Zahl der Ansteckungen steigt, die „Omikron“-Variante des Corona-Virus verbreitet sich rasant. Die Situation in den Krankenhäusern ist besorgniserregend, Pflegekräfte sind völlig überlastet. Das ist für die gesamte Gesellschaft bedrohlich. Neben denen, die an der Virusinfektion leiden und sterben, gibt es diejenigen, denen aufgeschobene medizinische Behandlungen zum Verhängnis werden. Ausgerechnet in dieser Zeit gehen einige Mitbürger*innen aus Bielefeld und Umgebung gemeinsam mit Rechtsextremen ungeimpft und ohne Masken auf die Straße. Sie tragen damit erst recht zur Verbreitung des Virus bei.

Derzeit ist vieles nur eingeschränkt möglich. Unsere Kinder leiden schon lange unter dieser Situation. In Gaststätten wurden fast alle Weihnachts- und Silvesterfeiern abgesagt. Wieder sind Existenzen von Gewerbetreibenden gefährdet, Menschen können ihre Berufe nicht ausüben, Unternehmer versuchen trotz Ausfällen mit 3G, Quarantäne und Tests ihre Produktion auch in der Pandemie aufrecht zu erhalten, Kindergärten und Schulen sind stark gefährdet. Auch Kultur, Sport und Freizeitmöglichkeiten sind eingeschränkt. Wenn dieser Zustand beendet werden soll, dann geht das nur gemeinsam.

Eine klare Mehrheit der Menschen in unserer Stadt verhält sich vernünftig, solidarisch und empathisch. Die Zahlen sind eindeutig. In Bielefeld haben sich fast 280.000 Einwohnerinnen impfen lassen, damit liegt die Impfquote mittlerweile bei 85%. Mehr als 60% sind bereits geboostert. Täglich nimmt diese Zahl weiter zu. Mehrere 10.000 Menschen lassen sich pro Woche testen. Die Bielefelderinnen helfen sich gegenseitig und engagieren sich trotz der Pandemie für Menschen in Not.

Es fällt auch uns schwer, aber wir tragen die temporären Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus mit, aus Verantwortungsgefühl unseren Mitmenschen gegenüber. Wir vertrauen darauf, dass die von der Wissenschaft empfohlenen und von der Politik beschlossenen Maßnahmen notwendig sind und auch durchgesetzt werden, um noch viel größeren Schaden abzuwenden. Ebenso vertrauen wir darauf, dass diese Maßnahmen sofort wieder aufgehoben werden, sobald es gesundheitlich vertretbar ist.

Eine ständige kritische öffentliche Diskussion ist wichtig. Aber wir lehnen ganz klar alle Aktionen ab, die in ihrer Form die Gefahr von weiteren Ansteckungen mit dem Virus befördern, denn so wird dieser Zustand nicht beendet.

Wir wollen das nicht länger hinnehmen! Jene, die jetzt in vielen Orten und auch in Bielefeld auf die Straße gehen, verwechseln Freiheit mit Egoismus. Freiheit und Solidarität gehören für uns aber zusammen. Denn Freiheit muss alle Menschen im Blick behalten.

Von Politik und Polizei erwarten wir, den gegenwärtigen Demonstrationen und den mit ihnen einhergehenden Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen nicht tatenlos zuzuschauen. Das Versammlungsrecht ist ein hohes Gut. Zu Recht. Wir wissen dies zu schätzen. Aber es darf nicht zu Lasten der Schwachen in der Gesellschaft in Anspruch genommen werden. Die derzeit zu beobachtende Ungleichbehandlung von Versammlungen erzeugt Frust, Unverständnis und stößt alle diejenigen vor den Kopf, die sich seit Monaten an die Einschränkungen halten und auch darunter leiden.

Deshalb ergreifen WIR jetzt das Wort. Eine Gesellschaft kann nur erfolgreich sein, wenn sie zusammensteht und den Dialog pflegt. Wir möchten, dass in Bielefeld wieder die vernünftigen, solidarischen und sachlichen Stimmen Gehör finden. Denn wir repräsentieren die übergroße Mehrheit in unserer Stadt! Die Freiheit der Einzelnen endet dort, wo sie die Freiheit der anderen begrenzt. Dieser Punkt ist längst erreicht. Das solidarische Miteinander ist der einzige Weg, möglichst schnell aus der Pandemie herauszukommen.

Warum ist das wichtig?

Wir stellen uns gemeinsam gegen Impfgegnerinnen, Corona-Leugnerinnen, antisemitische Verschwörungsideologinnen, Reichsbürgerinnen und Rechtsextreme. Es reicht!

Wir widersprechen denen, die behaupten, im Namen der Bielefelder*innen zu sprechen, das sollte bei einer Impfquote von derzeit 85% klar sein. Wir leben weder in einer Diktatur, noch müssen wir um unsere Freiheit kämpfen.

Wir sind eine vielfältige, weltoffene, demokratische und freie Stadt! Das wollen und werden wir auch bleiben!

Ihr findet den Text des Briefes hier auch in weiteren Sprachen. Und zwar in
Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch und Türkisch

Kundgebungen „Bielefeld nimmt Platz“ für Freitag, 7. 1. 2022 angemeldet!

Das Bielefelder Bündnis gegen Rechts hat für den ersten Freitag im neuen Jahr Kundgebungen unter dem Motto „Bielefeld nimmt Platz“ auf zentralen Plätzen in der Innenstadt angemeldet.

Zwischen 17.30 und 21.00 Uhr finden kreative Veranstaltungen statt, die deutlich machen sollen, dass die überwältigende Mehrheit der Bielefelder*innen die wissenschaftsbasierten Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie von Politik und Gesundheitswesen unterstützt.

Das Bündnis wendet sich entschieden gegen die Demonstrationen, in denen Corona geleugnet, insbesondere antisemitische Verschwörungsmythen verbreitet werden und die zunehmend, auch in Bielefeld, zum Aktionsfeld von Neonazis und Rechtsextremisten werden. Die demokratische Zivilgesellschaft darf diese Entwicklung nicht unwidersprochen hinnehmen! 

Einzelheiten zu den geplanten Veranstaltungen wird das Bündnis gegen Rechts in der ersten Januar-Woche bekannt geben.

Menschenkette #HandinHand am 18.09.21

Liebe Freund*innen,

wie bereits mitgeteilt, beteiligt sich Bielefeld an der morgen stattfindenden europaweiten Menschenkette („Rettungskette für Menschenrechte“). Ab 11.30 Uhr brauchen wir mindestens 800 Bielefelder*innen, die die Kette zwischen dem Rathausplatz und der Zentralen Ausländerbehörde am Stadtholz bilden. Auf diese Weise soll deutlich gemacht werden, dass die Menschen nicht mit der derzeitigen Flüchtlingspolitik der EU und der Bundesregierung einverstanden sind und sich für Menschenrechte auch für alle Geflüchteten einsetzen.

Zu den Veranstaltern vor Ort gehören der Integrationsrat der Stadt, der AK Asyl e.V., Seebrücke Bielefeld, das Welthaus Bielefeld, Parents for Future Bielefeld, die Initiative „Geflüchtete Willkommen in Bielefeld“ sowie das Bielefelder Bündnis gegen Rechts.

Die Veranstaltung beginnt zeitgleich um 11.30 Uhr auf dem Rathausplatz und vor der ZAB mit kurzen Redebeiträgen von AK Asyl und Seebrücke Bielefeld. Von beiden Orten bewegen sich die Teilnehmenden dann aufeinander zu und wollen die Menschenkette auf der Höhe des „Kulturhauses Ostblock“ an der Werner-Bock-Str. schließen. Ordner*innen sorgen für gefahrlose Übergänge über die zu kreuzenden Straßen und in der Zeit von 12.00 bis 12.30 Uhr werden die Straßen durch die Polizei gesperrt, um eine durchgehende Kette zu ermöglichen.

Die Teilnehmenden werden gebeten, Banner, Tücher, Seile oder Schals mitzubringen, um eventuell verbleibende Lücken zu schließen.

Während der Menschenkette kommen die geltenden Corona-Regeln zur Anwendung. Die Teilnehmenden werden gebeten, FFP2-Masken mitzubringen und die Abstandsregeln einzuhalten.

Bitte kommt zahlreich und beteiligt euch an dieser wichtigen Aktion morgen! Die genaue Route entnehmt bitte dem anliegenden Flyer.

PS: es werden noch Ordner*innen gesucht (wir brauchen ca. 30 Personen, also 15 pro Startort). Bitte meldet euch um 11.15 Uhr bei Friederike Vogt (Rathaus) oder bei Klaus Rees (ZAB). Ordner*innen-Binden halten wir bereit!

Bis morgen und LG

Euer Orgateam

Kurzfristige Gegendemo am 19.11. am Rathaus

Liebe Freund*innen,
wie wir heute erfahren haben, macht die AfD Bielefeld morgen (19.11.) eine Mahnwache „gegen islamistische Gewalttaten“ vor dem Haupteingang des Alten Rathauses. Wir haben dazu kurz entschlossen eine Kundgebung

„Politische Mittagspause gegen die islamfeindliche AfD“ für die Zeit von 12.00 bis 14.00 Uhr angemeldet.

Wir werden mit mehreren Bannern auf der Verkehrsinsel gegenüber dem Alten Rathaus stehen!

Bitte kommt morgen alle vorbei und lasst uns ein Statement gegen die islamfeindliche AfD abgeben.

Bis dann
Euer Orgateam

Rede von Prof. Dr.Heitmeyer vom IKG am 09.11.19: “ Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextremistische Gewalt“

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextremistische Gewalt –
Sensibilisierung für Grenzüberschreitungen zur Normalisierung in Politik und gesellschaftlichem Alltag

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
(Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung)

Redemanuskript am 9. November 2019 aus Anlass des Gedenkens an den 9. November 1938 und der Demonstration der Bielefelder Zivilgesellschaft gegen den Marsch der Partei „Die Rechte“.


„Sehr geehrte Demonstrantinnen und Demonstranten, es ist  ein ermutigendes Zeichen für die offene Gesellschaft und die liberale Demokratie, dass in unserer Stadt heute wieder eine  reaktionsfähige und konfliktfähige Zivilgesellschaft sichtbar wird.

Dies ist ungemein wichtig, denn jede Gesellschaft  muss – jenseits aller Verfassungsgrundsätze wie „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – immer wieder öffentlich sichtbar machen, welche Wertvorstellungen im Gemeinwesen gelten sollen. Denn wir erleben ja eine andere Verfassungswirklichkeit: Die Würde des Menschen wird angetastet und vielfach vernichtet.

Lies den Rest dieses Beitrags

Stille Mahnwache am Sonntag, 13.10.

Pressemitteilung des Bielefelder Bündnis gegen Rechts

Das Bielefelder Bündnis gegen Rechts organisiert in Absprache mit der jüdischen Gemeinde für

Sonntag, 13.10.2019 von 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr

eine stille Mahnwache mit dem Motto

Gegen Antisemitismus – Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürger*innen!“

vor der Synagoge in der Detmolder Straße und ruft alle Bielefelder*innen dazu auf, daran teilzunehmen und ihre Solidarität zu zeigen. Die Mahnwache wird eine ausdrücklich stille Mahnwache sein. Es sind keine Reden geplant.

Umfrage des IKG zu den Vorkommnissen bei der Demo am 10.11.

Liebe Freund*innen,

wie gestern abend besprochen, hier der Link zur Umfrage des IKG zu den Ereignissen am 10. 11. 2018.

Die Umfrage läuft noch bis kommenden Donnerstag

Hier der Link zur Teilnahme an der Umfrage: https://ww3.unipark.de/uc/DemonstrationBielefeld/

Herzliche Grüße

Friederike, Wiebke, Matthias, Michael und Klaus

Holocaust Gedenktag 2018

Anlässlich des diesjährigen Gedenktags zeigt der »Verein für Zeitgeschichte und regionale Erinnerungskultur e.V.« in Zusammenarbeit mit dem Lichtwerk im Ravensberger Park in einer Matinée den Film »Die Unsichtbaren – Wir wollen leben«.

Im anschließenden Kinogespräch mit Bernd Wagner-Lübbeke vom Stadtarchiv Bielefeld geht es u.a. um die Frage, ob sich Vergleichbares in Bielefeld zugetragen hat.

»Die Unsichtbaren – Wir wollen leben«
Sonntag, 28. 1. 2018, um 11.30 Uhr | Lichtwerkkino im Ravensberger Park

Der ermäßigte Eintrittspreis beträgt 8,50 Euro.
Vorbestellungen sind möglich unter: 0521 5576777 oder auf www.lichtwerkkino.de

 

Termine der Wochen gegen Rassismus vom 11. bis 19.03.17

Liebe Freund*innen,
wir möchten Euch gerne auf die folgenden Veranstaltungen in der kommenden Woche im Rahmen der Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus 2017 aufmerksam machen:

11.03., 13.00 – 17.00 Uhr, August-Bebel-Str. 82
Herzlich Willkommen im IZB

11.03., 15.30 – ca. 21.00 Uhr, VHS
Frauenfilmtage: „Ein Haufen Liebe“, „Jungfrauenwahn“, „Freiheitskampf der Kurdinnen“

12.03., 11.00 Uhr, VHS
Frauenfilmtage: „Grüße aus Fukushima“, im Anschluss Matinée mit Buffet und Musik

12.03., 17.00 Uhr, VHS
Frauenfilmtage: „Warum Frauen Berge besteigen sollten“

12.03., 11.00 Uhr, Almhalle, Melanchthonstr. 31a
Am Ball bleiben – integratives Fußballturnier

13.03., 10.00 – 18.00 Uhr, Haus Neuland, Senner Hellweg 493, 33689 Bielefeld
Islamische Radikalisierung – was tun? Möglichkeiten und Angebote der Prävention

13.03., 14.00 – 15.30 Uhr, IBZ Friedenshaus
Auftaktveranstaltung für eine begleitete fremdsprachige Frauenselbsthilfegruppe für Neumigrantinnen im IBZ

14.03., 19.00 Uhr, VHS
Die Afd und ihre Wählerschaft

15.03., 15.30 – 17.30 Uhr, Erlenstr. 11 33649 Bielefeld
KiwiBI-Treff Ummeln

15.03., 14.30 – 16.00 Uhr, AWO KiTa Moenkamp, Moenkamp 19, 33729 Bielefeld
Auf gute Nachbarschaft!

15.03., 15.00 – 16.30 Uhr, VHS im Sennestadthaus, Lindemann-Platz 3,, 33689 Bielefeld
Offenes Sprachcafé

15.03., 15.00 – 18.00 Uhr, Lebensräume Kontaktstelle, Friedenstr. 4 – 8, 33602 Bielefeld
Interkulturelles Fest

15.03., 10.00 Uhr, Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstr. 17, 33647 Bielefeld
Kulinarischer Vorlesetag

16.03., 17.00 – 19.00 Uhr, IBZ Friedenshaus
Vorurteile abbauen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken!

16.03., 19.00 Uhr, Bürgerwache am Siegfriedplatz
Talkrunde: Rassismus und Homo- und Transphobie: Queere Geflüchtete sind doppelt diskriminiert

16.03., 15.00 Uhr, Lebensräume Kontaktstelle, Friedenstr. 4 – 8, 33602 Bielefeld
Alltag und Zwangsarbeit in der Stadt

16.03., 17.30 – 20.30 Uhr, Gewerkschaftshaus, Marktstr. 8, 33602 Bielefeld
Workshop: „AfD entzaubern – Eine kritische Auseinandersetzung“

16.03., 18.30 Uhr, Impuls Bildungsforum, Renteistr. 6 – 8, 33602 Bielefeld
Radikalisierung und Prävention: Die Rolle der Frau im IS

17.03., 19.30 Uhr, IBZ Friedenshaus
Filmvorführung: „Der Rassist in uns“

17.03., 18.30 Uhr, Stadtbibliothek Bielefeld
Lesung mit Mo Asumang: Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis

18.03., 10.00 Uhr – 19.03., 15.00 Uhr, Haus Neuland, Senner Hellweg 493, 33689 Bielefeld
Hate Speech – Nicht mit mir!

19.03., 20.00 Uhr, Moschee in der Ernst-Rein-Str. 32, 33613 Bielefeld
Think BIG!

19.03., 15.00 Uhr, Wohnprojekt Die Hausgemeinschaft im Pauluscarèe, Frachtstr. 9, 33602 Bielefeld
Interkulturelles Kinderfest

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Presseerklärung vom 29.12.2011

Anti-Nazi-Demo: Bündnis hat Fragen an die Polizei

VertreterInnen des „Bündnisses gegen Rechts“, das die Kundgebungen gegen den Nazi-Aufmarsch an Heiligabend organisiert hatte, haben Fragen und Aufklärungsbedarf hinsichtlich des Vorgehens der Polizei:

Angesichts der Vorgeschichte (Verbotsverfügung der Polizei, die durch das Verwaltungsgericht Minden teilweise aufgehoben wurde) stellt sich die Frage, warum die Polizei die Einhaltung der Auflagen (u.a. Mitführen von Lautsprechern, Anzahl der mitgeführten Fahnen im Verhältnis zu der Teilnehmerzahl) nicht konsequent durchgesetzt hat?

Auch die Frage, warum eine von mehreren Zeugen beobachtete verbale Attacke bzw. Bedrohung gegenüber einem Pressevertreter noch vor Beginn des Aufmarschs am Ostbahnhof ohne Konsequenzen blieb, obwohl die Polizei davon in Kenntnis gesetzt wurde, sollte beantwortet werden.

Bereits nach kurzer Zeit (Heeper Str. an der Bahnunterführung) kam es zu einem gewaltsamen Übergriff auf einen Beobachter der Demonstration, an dem namhafte Neonazis beteiligt waren, die gleichzeitig Funktionen bei dem Aufzug übernommen hatten.
Angegriffen wurde der Beobachter von Peter Hallmann, einem führenden Neonazis in Ostwestfalen, der aus Leopoldshöhe heraus ein wichtiger Organisator neonazistischer Aktivitäten in der gesamten Region ist. Peter Hallmann hielt kurz nach seinem Angriff seine Rede im Rahmen des Naziaufmarsches.
Ebenfalls zu den Angreifern zählte Daniel B. aus A., der als Ordner (Binde erkennbar) eingesetzt war. B. ist ein neonazistischer Gewalttäter, der erst in diesem Jahr nach einer Verurteilung zu 3 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde.
Als dritter Angreifer war Sven Skoda selbst, der Anmelder und Versammlungsleiter des Naziaufmarsches war, beteiligt.
Dieser Angriff ist durch Videoaufnahmen (WDR) und durch eine Fotoserie dokumentiert, die dem „Bündnis gegen Rechts“ sowie den Medien vorliegen.

Aus dem letztgenannten Vorfall ergeben sich zumindest folgende Fragen:
1. Warum wurde der Aufmarsch nach dem Angriff aus dem Naziaufmarsch heraus nicht abgebrochen?
2. Wird gegen die drei eindeutig identifizierten Neonazis aufgrund ihres Angriffes ermittelt?

VertreterInnen des „Bündnisses gegen Rechts“ werden in den ersten Tagen des neuen Jahres diese und weitere Fragen in einem Gespräch mit der Bielefelder Polizeiführung erörtern, erwarten aber gleichwohl dringend eine Stellungnahme zu den genannten Punkten.
Das „Bündnis gegen Rechts“ trifft sich am 09.01.2012 um 19:30 Uhr im Haus der Kirche (Markgrafenstraße 7), um die Aktivitäten am Heiligabend gemeinsam zu bewerten und über weitere Aktionen zu beraten.

Bielefeld, 29. 12. 2011
gez. Wiebke Esdar, Janina Hirsch und Klaus Rees