Samstag, 3. August 2013: Proteste gegen den neonazistischen „8. Marsch der Ehre“ in Bad Nenndorf – Einleitung und Übersicht

Wie wir bereits am 21. Mai veröffentlicht haben (siehe unter https://bielefeldstelltsichquer.wordpress.com/2013/05/21/naziaufmarsch-in-bad-nenndorf/) findet am 03. August 2013 der 8. neonazistische Marsch der Ehre in Bad Nenndorf statt. Im Folgenden findet ihr weitere Hintergrundinformationen sowie Beteiligungsmöglichkeiten an den Gegenveranstaltungen (Quelle (hier findet ihr auch weitere Informationen sowie die regelmäßig überarbeitete Version des unten veröffentlichten Beitrages): http://www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?limit=10&order=datum&richtung=DESC&z=1&id=26663):

 

– Samstag, 3. August 2013 –

 

Proteste gegen den neonazistischen „8. Marsch der Ehre“ in Bad Nenndorf

– Wird ständig aktualisiert. Stand: 20. Juli 2013

 

Aktuelle Informationen unter:

www.bad-nenndorf-ist-bunt.com
www.badnenndorf-blockieren.mobi

 

Einleitung und Übersicht

Gegen den am 3. August 2013 in Bad Nenndorf geplanten neonazistischen „Trauermarsch“ beziehungsweise „Marsch der Ehre“ formiert sich vielfältiger Protest. Unter anderem der VVN-BdA appelliert hier öffentlich für die gemeinsame Gegenwehr und ruft dazu auf, die Bewegung gegen Neonazis nicht zu spalten: „Der vielfältige Widerstand der letzten Jahre hat den Neonazis immer weniger Raum für ihre Ehrung von Kriegsverbrechern gelassen. Es kommt nun darauf an, dieses Treiben vollständig zu verhindern.“

Gemeinsam gegen NS-Verherrlichung

Die in mancher Hinsicht destruktiven und nicht zielführenden Auseinandersetzungen unter den Gegnerinnen der demonstrativen NS-Verherrlichung im Jahre 2012 haben sich dieses Jahr erfreulicher Weise nicht wiederholt. Im Gegenteil: Es hat sich in den letzten Monaten und insbesondere Wochen eine dynamische Mobilisierung entwickelt, die erstmals seit dem Jahr 2006 die reale Möglichkeit bietet, dem braunen Spuk ein vorläufiges Ende zu bereiten.

Mobilisierungsfähigkeit der Neonazis weiter rückläufig

Innerhalb der Neonazi-Szene erwies sich der „Trauermarsch“ 2012 als Rückschlag: Nach dem Rückgang im Jahre 2011 mit 640 Teilnehmenden, nahmen 2012 nur noch 471 Neonazis und NS-Nostalgiker an der demonstrativen Verherrlichung des Nationalsozialismus teil, die von über 2.000 Polizistinnen und Polizisten geschützt wurde. Die aktuelle Mobilisierungsfähigkeit des Themas „Wincklerbad“ in der extrem rechten und neonazistischen Szene nimmt nach dem deutlichen Einbruch 2012 und weiteren nachfolgenden personellen Ausfällen beim „Gedenkbündnis Bad Nenndorf“ sowie einem teilweise öffentlich ausgetragenen Richtungsstreit weiterhin ab.

„Trauern“ durch die Hintertür

Auch der Landkreis Schaumburg als Versammlungsbehörde, der Proteste in der Vergangenheit stets massiv und erheblich einschränkte, hat sich bewegt. So wurden am 8. Juli 2013 Bescheide auf den Postweg gebracht, in welchen den Neonazis – im Gegensatz zur antifaschistischen Gegendemonstration – untersagt wird, direkt vor dem Wincklerbad zu demonstrieren.

Route der Neonazis

Der Weg bis an den hinteren Bereich des Wincklerbades an der Poststraße führt über die Bornstraße zur Kreuzstraße, über die Horster Straße, Am Thermalbad, dann über die Kampstraße auf die Hauptstraße und von dort aus durch den Weg an der Wandelhalle auf die Poststraße.

Bündnis-Demonstration

Die zahlreichen Gegendemonstrationen wurden mit einer Ausnahme einvernehmlich von den anmeldenden Initiativen zu einer Großveranstaltung zusammengefasst, die vor die Tür des Wincklerbads ziehen darf. Die Gegendemonstration von „Bad Nenndorf ist bunt – Bündnis gegen Rechtsextremismus“ und dem DGB beginnt um 10.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung an der Hauptstraße / Ecke Horster Straße. Nach einer Zwischenkundgebung um 11.00 Uhr am Jüdischen Mahnmal in der Kurhausstraße soll sich der Demonstrationszug zum „Kleinen Gymnasium“ und von dort aus über die Bahnhofsstraße zum Wincklerbad ziehen.

Massenblockaden der Initiative „Kein Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf“

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, die Neonazi-Demonstration mit dem Mittel von Massenblockaden zu verhindern und betont: „Von unseren Aktionen des Zivilen Ungehorsames wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern.“ Am 15. Juli 2013 gab die Initiative bekannt, dass der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, den Aufruf zu Massenblockaden unterzeichnet hat. Der Treffpunkt für die gemeinsame Anreise am 3. August 2013 ist um 09.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof Hannover.

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Aufruf von Bad Nenndorf ist bunt – Bündnis gegen Rechtsextremismus:

Nazis entgegentreten – Bunt statt Braun

Bunt statt Braun – Nazis raus!

Am 3. August 2013 wollen Neonazis wieder ihre jährliche Heldenverehrung am Nenndorfer Wincklerbad durchführen. Das ehemalige Badehaus wurde in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1947 vom Britischen Geheimdienst als Verhörzentrum genutzt. Zweck des Gefangenenlagers war die Verhinderung von Bürgerkriegshandlungen und weiterer politischer Einflussnahme durch Nationalsozialisten. Es kam in dieser Einrichtung zu schweren Übergriffen an Häftlingen. Zwei von ihnen starben an den Folgen der Misshandlungen. Nachdem die Vorgänge im Nenndorfer Lager den britischen Militärbehörden in Deutschland und dem britischen Unterhaus bekannt geworden sind, wurden Verantwortliche vor Gericht gestellt, und das Lager wurde geschlossen.

Geschichtsfälscher und Holocaust-Leugner

Seit 2006 versuchen Neonazis, bei ihren „Trauermarsch“ genannten Propagandafeiern das Wincklerbad zu einer Nazi-Kultstätte zu machen. Geschichte wird verdreht und verfälscht – an Gefangenen begangenes Unrecht wird schamlos benutzt, um deutsche Kriegsschuld zu leugnen. Nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ wird auf andere gezeigt, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Unter dem Deckmantel der „Trauer“ halten verurteilte Holocaust-Leugner, Volksverhetzer und Rassisten Brandreden, huldigen der Waffen-SS und drohen, solange wieder zu kommen, bis das Wincklerbad in ein „Foltermuseum“ umgebaut worden ist.

Bei ihren Aufmärschen, neuerdings auch als „Marsch der Ehre“ bezeichnet, werden Hitlergrüße gezeigt, Diebstähle begangen und Sachbeschädigungen verursacht.

Es reicht! Wir lassen uns nicht erpressen!

Der bunte und vielfältige Widerstand der letzten Jahre hat dazu geführt, dass die Zahl der aus ganz Deutschland und Europa angereisten Neonazis seit 2010 bereits um mehr als die Hälfte gesunken ist. Für die Feinde der Demokratie ist in Bad Nenndorf auch 2013 nichts weiter zu holen als Frust und wund gelaufene Füße!

Schluss mit Nazi-Aufmärschen! Bad Nenndorf bleibt bunt – Basta!

Wir stehen für eine weltoffene, demokratische und solidarische Gesellschaft!

Treten wir einem erneuten Nazi-Marsch entschlossen entgegen!

Wir rufen alle demokratisch gesinnten Menschen auf, gemeinsam mit uns friedlich und lautstark zu protestieren!

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Aufruf der Initiative „Kein Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf“:

Den Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf verhindern!

Wieder wollen die Neonazis in Bad Nenndorf um deutsche TäterInnen trauern. Rund um das Gefängnis der Alliierten im Nenndorfer Wincklerbad haben die Neonazis einen geschichtsverdrehenden Opfermythos aufgebaut. Diesen inszenieren sie mit einem so genannten Trauermarsch. Dieser Nazi-Aufmarsch hat sich zu einem der größten in Norddeutschland entwickelt und gewinnt in der rechten Szene weiterhin an Bedeutung.

2012: Sieg nach Punkten

Letztes Jahr gründete sich die Initiative „Kein Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf“. Sie wird von verschiedenen Organisationen, Gruppen und Parteien unterstützt und hat sich zum Ziel gesetzt, den Aufmarsch durch Blockaden zu verhindern.

Trotz aller Kriminalisierungsversuche durch Polizei und Verfassungsschutz beteiligten sich im letzten Jahr hunderte Menschen an Blockaden in Bad Nenndorf. Diese Aktionen führten dazu, dass die Anreise der Neonazis massiv erschwert wurde. So mussten sie in der Augusthitze kilometerweit laufen um Bad Nenndorf überhaupt zu erreichen. Dadurch wurde der Nazi-Aufmarsch so stark eingeschränkt, dass er nahezu verhindert wurde. Die im Anschluss geplante Nazi-Kundgebung in Hannover musste abgesagt werden.

Letzte Jahr haben wir gezeigt: Entgegen vieler Einschätzungen sind erfolgreiche Blockaden auch in Bad Nenndorf möglich. Sie sind ein effektives Mittel um Nazis zu stoppen.

2013: Sieg durch K.O.

Im August 2013 werden wir den Aufmarsch konsequent verhindern! Dazu möchten wir unsere Initiative noch breiter aufstellen. Mit einer großen, bundesweiten Mobilisierung werden wir Bad Nenndorf in den nächsten Monaten zu einem Dauerthema machen. Unser Mittel sind weiterhin Massenblockaden und wir werden so viele Menschen mobilisieren, dass der Nazi-Aufmarsch unmöglich wird. Von unseren Aktionen des Zivilen Ungehorsames wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern.

Wir setzen dem Aufmarsch ein Ende!

Unterstützt unseren Aufruf. Kommt am 3. August 2013 nach Bad Nenndorf. Bringt viele Menschen mit. Gemeinsam sorgen wir durch Blockadeaktionen dafür, dass der Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf Geschichte wird.

Werdet aktiv!

Unterstützt den Aufruf mit einer Mail an: initiativebadnenndorf@riseup.net

Wir unterstützen den Aufruf:

(AKA) – Arbeitskreis Antifaschismus Hildesheim
Anarchosyndikalistische Jugend Berlin
Anti-Atom-Initiative Göttingen
antifa-bremen.org
Antifa Eifel
Antifa Euskirchen
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen
Antifaschistische Initiative Höxter
Antifaschistische Jugend Goslar
AStA der Universität Göttingen
AStA der Universität Hannover
AStA der Universität Hamburg
Avanti – Projekt undogmatische Linke
Bund Deutscher PfadpfinderInnen, Mecklenburg-Vorpommern
Bündnis 90 / Die Grünen, Kreisverband Göttingen
Bündnis 90 / Die Grünen, Regionsverband Hannover
Bündnis 90 / Die Grünen, Stadtverband Hannover
Bündnis 90 / Die Grünen, Landesverband Niedersachsen
DGB-Chor Hannover
Die Linke, Harburg-Land
Die Linke, Kreisverband Hameln-Pyrmont
Die Linke, Niedersachsen
Die Linke, Ratsfraktion der Stadt Hannover
Fachschaftsrat Sozialwissenschaften, Göttingen
Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät Universität Göttingen
Freie Arbeiterinnen und Arbeiter-Union Hannover
Friedensbüro Hannover e.V.
Gruppe „ausbrechen“, Paderborn
Grüne Hochschulgruppe Göttingen
Grüne Jugend Niedersachsen
Grüne Jugend Northeim
Grüne Jugend Göttingen
Grüne Jugend Hannover
Interventionistische Linke (iL) Hannover
Janun – Jugendumweltbüro Niedersachsen
Jesus Freaks Wedel
Juso Hochschulgruppen, Bundesverband
Juso Hochschulgruppe Göttingen
Jusos Niedersachsen
Jusos Göttingen
Kein Bock auf Nazis
Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus Die Linke Niedersachsen
LandesAstenKonferenz (LAK) Niedersachsen
Landesschülerrat Niedersachsen
lemgo*alternativ
Linksjugend (`solid) Niedersachsen
Linksjugend (`solid) Göttingen
Piratenpartei Niedersachsen
Politkollektiv Göttingen
Rash Eifel
Revolutionärer Freundschaftsbund e.V.
SDS. Göttingen
Sozialistische Alternative (SAV) Göttingen
Studierendenparlament der TU Braunschweig
ver.di – Betriebsgruppe MHH
ver.di Jugend Hannover / Leine-Weser
Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Niedersachsen
VVN-BdA, Kreisvereinigung Göttingen
VVN-BdA, Kreisvereinigung Hannover
VVN-BdA, Kreisvereinigung Münster
Westkreuz Antifa Frankfurt (Oder)
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V., Göttingen
ZSK, Band

Einzelpersonen:

Jan Phillip Albrecht, MdEP Bündnis 90 / Die Grünen
Volker Bajus, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Herbert Behrens, MdB Die Linke
Viola von Cramon, MdB Bündnis 90 / Die Grünen
Heidrun Dittrich, MdB Die Linke
Wiete Fehner, Bundessprecherin der Linksjugend (‘solid)
Julia Willie Hamburg, MdL Bündnis 90/Die Grünen
Rebecca Harms, MdEP, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament
Gerald Heere, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Ottmar von Holz, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Michael Höntsch, MdL SPD
Meta Janssen-Kucz, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Hans-Joachim Janßen, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Sven-Christian Kindler, MdB Bündnis 90 / Die Grünen
Nicole Kipp, Jesus Freaks Wedel
Olaf Kipp, Jesus Freaks Wedel
Jutta Krellmann, MdB Die Linke
Johnny Mauser, Hip Hop-Artist
Susanne Menge, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Stefan Müller, Regionsabgeordneter in der Regionsversammlung Region Hannover
Belit Onay, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Anja Piel, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Filiz Polat, MdL, Bündnis 90 / Die Grünen
Annette Ramaswamy
Dr. Meinhart K. Ramaswamy
Karl-Heinz Schmidt, Die Linke KV Helmstedt
Heiner Scholing, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Thomas Schremmer, Bündnis 90 / Die Grünen
Dr. Ellen Scholz, Oberstudienrätin i.R., Vorsitzende im OV Grüne Isernhagen
Siegfried Seidel, Die Linke BO Hannover / Region West, Mitglied im Stadtbezirksrat Hannover Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
Miriam Staudte, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Anja Stoeck, Kreisvorsitzende Die Linke Harburg-Land
Wolfgang Thierse, MdB SPD, Vizepräsident des Bundestages
Elke Twesten, MdL Bündnis 90 / Die Grünen
Sabine Wegmann, Beraterin für weibliche Opfer von häuslicher Gewalt
Maaret Westphely, MdL Bündnis 90 / Die Grünen“

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Veröffentlicht am 21. Juli 2013, in Bad Nenndorf 2013, Termine. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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